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Mathias Antonio Herrmann ist ein Suchender. Ein Weltenbummler. Ein Grenzgänger.

Auf seinen Reisen begegnet er Menschen, Geschichten und Geheimnissen. An Orten von denen wir keine Vorstellung haben, da bleibt er stehen. Er sucht die Quellen seiner und unserer Irrtümer des Lebens und er lässt sie für uns in seiner Bildsprache an die Oberfläche treten.

Seine Bildideen entwickelt er meist in einem langwierigen Prozess. Oft arbeitet er an einem Bild mehrere Monate oder sogar Jahre. Er sucht die Auseinandersetzung mit sich und der Leinwand. Seine Bilder vermitteln eine tiefe Sehnsucht nach einer anderen Welt, einer gemalten Welt, in der die Farbe lebt. Er will ausbrechen aus gewohnten Sehvorgängen. Er setzt dabei auf Vertrautes, um ihm einen neuen, eigenen Blickwinkel zu geben. Seine Malerei zeigt einen stillen Widerstand gegen Entfremdung, gegen Abstumpfung und gegen Gedankenlosigkeit.

Er versteht die Malerei, wie die Musik. Er malt dabei keine einzelne Geige einer Kapelle, sondern er formt ein ganzes Orchester und bringt es zum Klingen. Er malt Bühnenmusik, im wahrsten Sinne des Wortes. Man spürt förmlich seinen Willen zu einem sinnlichen Dialog mit dem Betrachter.

Die Formsprache seiner Malerei ist eine Verbindung zwischen Realismus und Verfremdung, zwischen Poesie und Sprichwörtlichkeiten. Er sucht den genauen Ausdruck und formt somit seine eigene Sichtweise. Es ist nichts abstrakt, sondern alles konkret. In diesem Sinne steht er in der Tradition mit seinen großen Vorbildern, wie E. Delacroix, E. Manet, P. Picasso und F. Bacon.

Wer sich auf Mathias Antonio Herrmann einlässt, muss auf alles gefasst sein. Er überrascht gerne in jedem neuen Zug. Philosophie, Kunstgeschichte und auch Politik spielen eine Rolle.

Und wie er selbst sagt: „Malerei ist wie Schach spielen, immer wieder eine neue Partie“.

Ein Spiel, bei dem man denken muss. Und das bereitet mir bei diesem Maler ein großes Vergnügen.

Text: Sebastian Lohse; Sänger aus Dresden